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Stellungnahme zu „Ein Hort der Gemütlichkeit“

Feminismus: Diskriminierung des männlichen Geschlechts?

Die Antifaschistische Gruppe Braunschweig (A.G.B.) plant eine Veranstaltungsreihe zum Thema Feminismus und fragt bei dem AStA der HBK Braunschweig an, ob dieser ihnen einen Raum für einen Vortrag zur Verfügung stellen kann. Die daraufhin gegebene Antwort, welche die A.G.B. „sehr erstaunt hat“, ist in der Tat ein Armutszeugnis des Verständnisses der beteiligten AStA-Mitglieder der HBK in Bezug auf die Thematik.

Die Antwort lautete:
„[…] wir haben noch einmal in großer Runde dein Anliegen besprochen und uns dazu entschieden, dass wir euch leider keinen Raum zur Verfügung stellen können.

Die meisten von uns fühlen sich mit dem Titel „Feminismus“ unwohl. Mit dem Begriff assoziieren wir eine eher radikale Frauenbewegung, die die Diskriminierung von Männern nicht ausschließt. Da wir glauben, dass auch andere potenzielle Besucher der Veranstaltung das so sehen, können wir euch keine HBK-Räume anbieten.“

Diese Worte lassen tief blicken. Zum einen wird hier davon ausgegangen, dass eine soziale Bewegung diskriminierend sein könnte, da sie „radikal“ sei. Einmal abgesehen davon, dass eine radikale, also an die Wurzel gehende, Aufarbeitung der verhärteten Geschlechterhierarchisierung in der Gesellschaft absolut notwendig ist, zeigt die Vermutung, dass Männer diskriminiert werden könnten, die paranoide Abwehrhaltung der an der Entscheidung Beteiligten. Denn wenn die Offenlegung, sowie die angestrebte Überwindung, von geschlechtsbedingten Ungleichheiten, als Diskriminierung ausgelegt wird, dann kann hier nur von einer klassischen Täter-Opfer-Verkehrung gesprochen werden.

Darüber hinaus soll mit dieser Ablehnung des Raumantrages offensichtlich die Studierendenschaft der HBK vor der Auseinandersetzung mit dieser Problematik bewahrt werden und so der „Normalzustand“ gewahrt bleiben.

Der AStA der Uni Hannover solidarisiert sich mit der A.G.B. und ihrem Vorhaben und hat bereits das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der LandesAstenKonferenz Niedersachsen setzen lassen. Die Stellungnahme des AStA-Vorstands, welche gestern Nachmittag veröffentlicht wurde, begrüßen wir. Dennoch fordern wir eine rasche Aufarbeitung des Vorfalls.