Pressemitteilung: Massive Verschlechterungen der Studienqualität durch neue Musterprüfungsordnung zu befürchten

Am Mittwoch, den 18. Juni soll der Senat der Leibniz Universität Hannover (LUH) über die neue Musterprüfungsordnung entscheiden. Dort geht es auch darum, ob es einen Rücktritt von einer Prüfung durch Nichterscheinen gibt. Nach dem Entwurf der Arbeitsgemeinschaft „Prüfung“, die im Juli letzten Jahres vom Präsidium der LUH eingerichtet wurde, wäre dies der Fall. Allerdings fordern die Studiendekane der LUH eine Rücktrittfrist von einer Woche.

„Was sich unspektakulär anhört geht an die Substanz des Studiums“, sagt Frederik Pietschmann, Referent für Studium. „Mehrere Prüfungen in einer Woche sind eher die Regel als die Ausnahme. Dadurch ist es nicht möglich eine Woche im Voraus einzuschätzen, ob man ausreichend für eine Prüfung lernen kann. Durch das Bachelorstudium ist es aber auch nicht möglich weniger Prüfungen zu schreiben als vorgesehen.“

Durch diese Situation werden die Studierenden gezwungen auch Prüfungen wahrzunehmen, auf die sie nur unzureichend vorbereitet sind. Dies würde zu einer erhöhten Durchfallquote führen. „Die Studierenden würden sich in einer Zwickmühle befinden, die für viele einen Studienabbruch auf Grund von zu häufigem Nichtbestehen bedeuten würde“, erklärt Frederik Pietschmann weiter.

Der Gewinn für die universitäre Verwaltung hält sich dagegen in Grenzen. Die Räume müssen schon zu Beginn des Semesters für die Klausuren verplant werden. Bei einer Woche Rücktrittfrist würden deshalb keine zusätzlichen Kapazitäten geschaffen. Auch würde ein geringerer Personalaufwand bei der Klausurbeaufsichtigung durch ein Mehr an Korrekturkräften um ein vielfaches aufgehoben. Die häufigen Fehlversuche würden auch zu häufigeren arbeitsintensiven Nachprüfungen führen.

Fabian Voß, Sachbearbeiter akademische Gremien resümiert: „Es ist nicht ersichtlich was der Sinn dieser einwöchigen Rücktrittfrist sein soll. Es scheint als wollten die Studiendekane die Studierenden lediglich auf ein schnelles Studium verpflichten. Sie übersehen dabei aber die individuellen Schicksale, die dazu führen eine Prüfung kurzfristig nicht wahrzunehmen.“

Im Zuge der Protestes gegen die Einführung einer allgemeinen Rücktrittfrist von einer Woche gibt es eine Onlinepetition mit mehr als 2000 Unterschriften, eine Unterschriftenliste mit 520 Zeichnungen und eine Resolution die von derzeit 13 Fachschaften der LUH unterstützt wird.