Studierende kämpfen mit Wohnungsnot!

„Pennen auf dem Sofa oder überwintern im Zelt?“, das ist wohl die Frage, die sich derzeit vor allem neue Studierende in Hannover stellen. Wie in der im Juli u. a. vom AStA der Leibniz Universität Hannover (LUH) veröffentlichten Pressemitteilung „Zelten statt Wohnen“ vorhergesagt, fehlt es zum Semesterbeginn hundertfach an Unterkünften für Studierende und Studienanfänger*innen.

Der Wohnungsmarkt in den Großstädten ist hart umkämpft. Eine Entwicklung, die neben Geringverdienenden und Familien, nun auch jene Menschen zu spüren bekommen, die zum Oktober neu in die niedersächsische Landeshauptstadt ziehen wollen oder müssen. Dies betrifft also vor allem auch Studierende, die ab diesem Semester an den Hochschulen Hannovers ihr Studium beginnen.

Jonas Negenborn, Sozialreferent des AStA der Universität Hannover, berichtet von verzweifelten E-Mails: „Jedes Jahr bekommen wir Nachrichten von Studierenden, die monatelang keine Wohnung finden. Zuletzt meldete sich jemand, der von sich sagte, dass er bald auf der Straße schlafen müsse, weil er sich sein Hostel nicht weiter leisten kann und aktuell schlicht keine Wohnung zu finden sei.“

Dem AStA sind außerdem verschiedene Fälle von Studienanfänger*innen bekannt, deren Studienbeginn sich dank der erfolglosen Wohnungssuche um mindestens ein Jahr verzögert oder die sich gezwungen sehen, ihr Studium nun doch nicht an der Leibniz Universität aufzunehmen und einer anderen Universität und Stadt den Vorzug geben müssen, weil sie in Hannover keine Unterkunft finden. Der AStA der LUH reagiert auch in diesem Jahr wieder auf das bekannte Problem und bietet seine eigens dafür eingerichtete Schlafplatzbörse an. Ziel hiervon ist es, Erstsemesterstudierenden, die kurzfristig eine Unterkunft benötigen, ein Bett, ein Sofa oder eine Matratze zu vermitteln. Der AStA hat dafür auch in diesem Jahr wieder ein Formular auf der Internetseite veröffentlicht, bei dem Angebote und Nachfragen eingetragen werden können:

„Wir hoffen, dass wir so vielen Studierenden wie möglich helfen können, kurzzeitig eine Unterkunft zu finden. Dazu freuen wir uns über jedes Bett und jedes Sofa, das uns angeboten wird. Wie auch im letzten Jahr übersteigen die Anfragen die Angebote bisher bei Weitem. Aktuell ist es uns noch längst nicht möglich allen Suchenden etwas anzubieten.“, so Negenborn.

Dafür sucht der AStA vor allem Menschen, die eine Schlafgelegenheit anbieten können. Aber natürlich können und sollen sich hier auch Suchende melden! Viele sind seit Monaten auf der Suche nach einer Wohnung und müssen für die überfüllten Wohnungsbesichtungen teilweise hunderte Kilometer pendeln, um dann am Ende aber doch immer wieder nur eine Absage zu bekommen.

Die Wartelisten für Plätze in den Wohnheimen des Studentenwerks sind lang, genug Plätze stehen einfach nicht zur Verfügung. Der Wohnungsmarkt kann den Bedarf allein nicht decken. Ein Problem das in jedem Jahr aufs Neue zu Beginn des Wintersemesters überdeutlich wird. Dabei ist die alleinige Einrichtung einer Schlafplatzbörse nicht die Lösung, sondern ihre Notwendigkeit beweist viel mehr die vorhandene Problematik: Wohnraum muss für alle bezahlbar sein, ob für Familien, Geringverdienende oder eben Studierende.

Um auf das Problem aufmerksam zu machen, hat der AStA auch in diesem Jahr unter dem Motto „Wohnraum für alle!“ eine Nachttanzdemonstration angemeldet. Treffpunkt ist am 05.11. ab 18 Uhr vor dem Theodor-Lessing-Haus im Welfengarten 1c, dem Sitz des AStA.