Nachttanzdemonstration „Wohnraum für alle!“ 2016 – Studierende demonstrieren für mehr bezahlbaren Wohnraum!

Die Wohnraumsituation in Hannover ist seit Jahren angespannt. Zu Beginn des Wintersemesters, wenn tausende neue Studierende hinzukommen, verschärft sich die Lage alljährlich noch zusätzlich. Um den Blick der Öffentlichkeit auf das Problem zu lenken, richtet der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Leibniz Universität auch in diesem Jahr wieder unter dem Motto „Wohnraum für alle!“ eine Nachttanzdemonstration aus. Start ist am Samstag, den 05. November um 18 Uhr vor dem Theodor-Lessing-Haus, Welfengarten 2c.

Die Studierendenzahlen steigen seit Jahren. Das betrifft nicht nur die Universität, sondern alle Hochschulstandorte in Hannover. Daraus ergeben sich zahlreiche Probleme: Überfüllte Hörsäle und Seminarräume, der Andrang in den Mensen und Bibliotheken usw. zeigen, dass die einzelnen Standorte bald Ihre Kapazitätsgrenzen erreicht haben. In Kombination mit einer ohnehin besorgniserregenden Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt in deutschen Großstädten, führt dies in Hannover regelmäßig zu Beginn des Wintersemesters zum Kollaps des Marktes. Tausende Studierende finden schlicht keine Wohnung. Die Wartelisten für Wohnheimplätze sind lang – aktuell hat das Studentenwerk noch etwa 2.500 Menschen auf der Liste.“ erklärt Jonas Negenborn, Sozialreferent im AStA.

Bodo Steffen, Pressereferent, ergänzt: „Viele Studierende sind besonders zu Semesterbeginn gezwungen stundenlang zu pendeln, sie schlafen in Hotels, Hostels oder Jugendherbergen, bei Freund*innen und Bekannten, teilweise sogar bei Fremden auf dem Sofa oder entscheiden sich letztlich doch für einen anderen Hochschulstandort, weil Sie schlicht keine eigene Unterkunft finden. Die Situation der Studierenden reiht sich nahtlos ein in einen Prozess sozialer Verdrängung, der bundesweit seit Jahren voranschreitet. Nicht nur Studierende, auch Alleinerziehende, Geflüchtete, Erwerbslose oder Geringverdienende, befinden sich im Wettstreit um die wenigen bezahlbaren Wohnungen im Bereich der Innenstädte und der daran angrenzenden Viertel. Der private Wohnungsmarkt ist überlastet, Instrumente wie die Mietpreisbremse greifen nicht. Gleichzeitig aber werden Sozialbauten an private Investmentgesellschaften veräußert und zu teuren Luxuswohnungen saniert, der soziale Wohnungsbau stagniert, Alternativen gibt es kaum – politische Lösungen sind nicht in Sicht.“

Negenborn stellt weiter fest: „Wohnraum ist, neben Nahrung und Kleidung existenzielles Grundbedürfnis aller Menschen. Entsprechend sollte bezahlbarer Wohnraum nicht nur ausreichend verfügbar sein sondern auch nach Bedarf verteilt werden. In Zeiten von steigenden Mieten, Wohnraumknappheit und wachsenden Großstädten jedoch, nimmt die Konkurrenz unter den Wohnungssuchenden stattdessen stetig zu. Letztendlich entscheidet allein das für Miete verfügbare Einkommen über den Erfolg oder Misserfolg der Wohnungssuchenden.“

Auf dieses zentrale Anliegen wollen wir als AStA gemeinsam mit Betroffenen, Studierenden, Freund*innen und Interessierten im Rahmen einer bunten und lauten Nachttanzdemonstration aufmerksam machen. Treffpunkt ist Samstag, der 05.November um 18 Uhr vor dem Theodor-Lessing-Haus im Welfengarten 2c. Von dort aus wird sich der Demonstrationszug gegen 18.30 Uhr durch die Nordstadt, über die Innenstadt nach Linden in Bewegung setzen und dort auf dem Küchengarten gegen 22 Uhr seine Abschlusskundgebung durchführen. Zwischenkundgebungen sind für den Steintorplatz sowie auf der Limmerstraße geplant.

Zur Facebookveranstaltung geht es hier entlang.

Aufruf:

WOHNRAUM FÜR ALLE – das bedeutet Wohnraum für Familien, Alleinstehende, junge und alte Menschen unabhängig von Herkunft und Einkommen.
 
WOHNRAUM FÜR ALLE – bedeutet also auch Wohnraum für Geringverdienende, Studierende, Geflüchtete oder Obdachlose .
Wohnraum ist ein existentielles Gut, auf das alle Menschen angewiesen sind.
 
Um die Wohnungen und WG-Plätze gibt es aufgrund der Knappheit große Konkurrenz. In den letzten Jahren sind dabei immer einige Studis leer ausgegangen. Die Wohnungen werden immer moderner, größer, beliebter und damit teurer. Das Problem trifft damit dann alle, die sich die teuren, modernisierten Wohnungen nicht leisten können. Über Jahre hinweg wurde dieses Problem nicht beachtet, dies zeigt sich besonders in Extremsituationen.
 
Wir wollen ein Zeichen setzen – bezahlbarer Wohnraum für alle! Ob Geflüchtete, Obdachlose, Mütter und Kinder oder eben Studis. In den letzten Jahren haben wir erfolgreich auf die Problematik aufmerksam gemacht. Daran knüpfen wir in diesem Jahr an: Mit guter Musik, guter Laune und vielen Leuten tanzen wir durch die Stadt, dabei besuchen wir aber vor allem auch die Gegenden, die zuletzt besonders in den Mittelpunkt gerückt sind: die Straßen rund um Limmer und Linden.
 
Kommt vorbei!