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Veranstaltung „Zwischen Informatik, angewandter Mathematik und moderner Kriegsführung“

Vortrag und Diskussion mit Thomas Gruber

Von Bank- oder Versicherungsalgorithmen, die über die materielle Lebensgrundlage von Menschen entscheiden, über eine immer weiter automatisierte polizeiliche Videoüberwachung bis hin zu Kampfdrohnen, die täglich in weit entfernten Kriegsgebieten töten – einige der fragwürdigsten und schrecklichsten Entwicklungen unserer Zeit wären ohne aktuelle Forschung aus der  Mathematik und der Informatik undenkbar. Andererseits offenbart ein Blick auf die deutschen Hochschulen, dass mathematische und informatische Forschung immer mehr auf die Interessen staatlicher, militärischer und privatwirtschaftlicher Akteur*innen zugeschnitten wird. Die zunehmende Privatisierung des Wissenschaftssektors begünstigt die unsichere und schlecht bezahlte Anstellung wissenschaftlicher Mitarbeiter*innen und Hilfskräfte, die für jedes Drittmittelprojekt dankbar sein müssen, das ihr Auskommen sichert. Bei den Forschungsprojekten selbst liegt ein klarer Fokus auf denjenigen, die „gewinnbringend“ sind, also viel Geld einbringen. Was hat solche Auftragsforschung an den Hochschulen zu suchen? Ist der Anspruch der Wissenschaftlichkeit in der angewandten Mathematik und der Informatik überhaupt noch gerechtfertigt? Was können wir gegen diese Vereinnahmung gesamtgesellschaftlicher Ressourcen tun?

Diesen Fragen wollen wir uns mittels einiger Beispiele zu den Verbindungen zwischen Mathematik, Informatik und der modernen Kriegsführung nähern. Nach dem Vortrag wird ausreichend Raum zur Diskussion sein. Thomas Gruber hat zum Thema „Mathematik, Informatik und moderne Kriegsführung“ promoviert. Er ist Mitglied des Forums Informatiker*innen für Frieden
und gesellschaftliche Verantwortung und Beirat der Informationsstelle Militarisierung.

Freitag, 25. Januar, um 18 Uhr
Am Schneiderberg 32, Raum 031