Alternatives Vorlesungsverzeichnis

DANKE FÜR NICHTS ALTERNATIVES VORLESUNGSVERZEICHNIS (AVV)DER UNI HANNOVER

 

 


Aktuelles AVV

Macht und Gehorsam
Seminar | Donnerstags | 16 Uhr c.t. | wöchentlich | Gebäude 3109/001 | Fachrat Politik

Macht ist ein zentraler politisch-soziologischer Begriff. Das Seminar „Herrschaft und Gehorsam im Kapitalismus“ soll sich mit dem Verhältnis der beiden Phänomene in modernen Gesellschaften beschäftigen. Hierzu wollen wir Auszüge aus Michelle Foucaults „Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses“ lesen und uns mit Lesemitschnitten von Arno Gruen beschäftigen.
Foucaults historisch-diskursanalytische Perspektive, welche er in seinen wissenssoziologische Arbeiten einnimmt, bietet außerdem einen Ansatz, um die individuellen, ambivalenten Verhaltensmuster einzelner Bürger in Bezug auf die aktuelle „Flüchtlingskrise“ in ihrer institutionellen und privaten Dimension zu analysieren.
Im Zuge dieses Seminars sollen sich die Studierenden also neue Handlungs- und Interventionsperspektiven bezüglich aktueller politischer Problemstellungen erarbeiten und deren theoretischen Grundlagen verstehen.

 

Einführung in Antonio Gramsci
Seminar | Mittwoch | 14 Uhr c.t. | wöchentlich | Gebäude 3109/001 | Fachrat Politik

Im Seminar sollen die Studierenden emanzipative Schlüsselkompetenzen verfestigen. Dies beinhaltet diskursiv festgelegte Text- und Schwerpunktsetzung, die sowie Ausübung von Diskussionskompetenzen.
Das Seminar wird versuchen, anhand der Lektüre „Gramsci Lesen – Einstieg in die Gefängnishefte“ einen umfassenden Überblick über die Theorien Antonio Gramscis (Von Hegemonie über Erziehung und Kunst bis Fordismus und Krise) zu bieten und (kritisch) zu diskutieren. Es eignet sich besonders für Einsteiger*innen. Durch eben diese breite gesellschaftliche Themensetzung, bietet das Seminar Zugang für verschiedene Studiengänge.

 

Filmreif
Filmabende mit Diskussion | jeden 3. Donnerstag im Monat | 19.30 Uhr | Fachratsraum | Fachrat Politik

Egal ob Klassiker oder gerade frisch aus dem Kino: Leinwand kann immer politisch sein. Wir wollen unseren Fachratsraum zum Kinosaal umbauen und gemeinsam mit euch jeden dritten Donnerstag im Monat einen Filmabend verbringen, der zum Denken und Diskutieren anregt. Von L’Haine bis Inglorious Basterds wollen wir mit euch den politischen Film entdecken und die Blockbuster und Independent-Schätze der Leinwände erleben. Kommt vorbei und lasst euch überraschen.
Termine: 21.04.2015 | 19.05.2015 | 16.06.2015 | 21.07.2015
Aufgrund der Umbauarbeiten am Schneiderberg 50 wissen wir noch nicht genau, wo unser Raum dann ist. Wir halten euch auf unserer Facebook-Seite auf dem Laufenden.

 

Emanzipation durch|ohne|wider Bildung
Seminar | Donnerstag | 18 Uhr c.t. | Gebäude 1211 (Schloßwender Straße 1) Raum 307 | Erster Termin: 21.04

Das Seminar möchte einen Einblick in Theorien und Praxen (herrschafts-) kritischer Pädagogik und Bildung bieten. Deren zentrale Begriffe wie Mündigkeit oder Autonomie sollen hierbei in ihrer bürgerlichen Widersprüchlichkeit zwischen Selbstbestimmung und Funktionalität untersucht werden. Kritisch soll dabei immer wieder auf die Funktionen von Bildung für die Reproduktion gesellschaftlicher Verhältnisse geblickt werden.
Einerseits möchten wir schließlich aktuelle bildungstheoretische Ansätze und moderne pädagogische Didaktik auf ihr emanzipatorisches Potenzial befragen: Wie viel an Herrschaft versteckt sich z.B. im „selbstorganisierten“ und „lebenslangen Lernen“? Andererseits müssen dabei einer kritischen Analyse auch sogenannte anti-autoritäre und alternative Praxen standhalten: Wie kann eine politische Pädagogik der Emanzipation aussehen?
Im Rahmen des Seminares werden für sechs Termine im Zwei-Wochen Rhythmus Expert*innen eingeladen. Diese Termine sollen nicht nur den Seminarteilnehmenden offen stehen und werden deshalb öffentlich als Veranstaltungsreihe beworben. V.A. Nachwuchswissenschaftler*innen werden die Gelegenheit haben ihre Überlegungen zu präsentieren. In den anderen Sitzungen werden wir die Möglichkeit finden die Vorträge vorzubereiten und zu reflektieren. Die Referent*innen werden uns hierfür Klassiker*innen-Texte empfehlen, die in Form eines Readers zur Verfügung gestellt werden.
Mit dieser inhaltlichen Ausrichtung als auch der methodischen Grundkonzeption stößt das Seminar in eine Lücke im Lehrangebot der Fachbereiche und ermöglicht gleichsam die Kontextualisierung eigener Bildungserfahrungen, die Studierenden als Lerner*innen und Lehrer*innen im Unialltag nicht möglich wird.
Das Seminar ist dabei nicht nur für Studierende geeignet, die sich in ihrem Studium mit pädagogischen oder erzieherischen Fragen auseinandersetzen oder zukünftig in pädagogischen Verhältnissen arbeiten werden (Lehramt Sonderpädagogik, berufsbildende Schulen, Gymnasium, Bildungswissenschaften), sondern auch an all jene die eine kritische Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Position als Lernende wünschen. Das Seminar setzt keinerlei Fachkenntnisse voraus.
Seminarleitung: Patrick Bredl (M.A. Bildungswissenschaften) – bredl.patrick@gmail.com

 

Exkursion: Was bleibt vom NSU Prozess?
Eine Einordnung des Zusammenspiels von Opfern/Angehörigen, Nebenklage und dem Bedürfnis nach Aufklärung

Vorbereitungstreffen: am 21.04. um 17 Uhr im Conti-Hochhaus, Raum tba
Vortrag der Initiative „Keupstraße ist überall“: Mitte Mai
Vortrag zu den rechtlichen Grundlagen der Nebenklage: Ende Mai
Fahrt nach München: vom 30.05 bis 03.06., mit Besuch des Prozesses in Begleitung von NSU-Watch, Vortrag durch Nebenklage, Aktivist*innen, historischer Stadtführung
Nachbereitungstreffen: Ende Juni

Der NSU-Prozess ist der größte Prozess gegen eine neonazistische, terroristische Vereinigung seit der Wiedervereinigung. In der Entstehung der NSU spiegelt sich auch die Entstehung der neonazistischen Strukturen wieder, die auch heute noch für zahlreiche Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte, Körperverletzungen und Morde an Menschen mit ausländischem Aussehen und politische Gegner verantwortlich sind. Damit haben die Verhältnisse, die den NSU hervorgebracht haben, nichts an ihrer Aktualität verloren. Zudem gab es ein bis heute ungeklärtes Verhältnis zwischen NSU, Polizei und Geheimdiensten.
Nicht zuletzt deshalb wurde/wird der Prozess gegen den NSU mit der Hoffnung auf eine Aufklärung der Motive und Hintergründe begleitet. Angehörige, Opfer und Aktivist*innen versuchen durch ihre Begleitung des Prozesses eine politische Aufarbeitung voranzutreiben. Eine ungewöhnlich hohe Zahl an Nebenklageanwält*innen versucht durch eigene Anträge und Befragung der Zeug*innen die Hintergründe aufzuklären und einzubringen, dass es sich um ein Netzwerk handelt, das die mindestens zehn Morde und mindestens einen Anschlag des NSU ermöglichte. Die Nebenklage stellt sich damit oft gegen die Bundesstaatsanwaltschaft, die daran festhält, dass lediglich drei Personen (Zschäpe, Mundlos, Böhnhardt) den NSU bildeten.
Damit ist der NSU-Prozess ein gutes Beispiel dafür, wie eine Wechselwirkung zwischen Öffentlichkeit, Zivilgesellschaft und Gericht stattfindet. Mit 66 Nebenklageanwält*innen lassen sich hier aber auch weitreichende Kenntnisse über die Möglichkeiten und Grenzen einer Nebenklage gewinnen.
Die Exkursion soll die aufgeworfenen Themenfelder näher beleuchten und einen Einblick in den Alltag des derzeit umfangreichreichsten Prozesses der BRD bieten. Sie soll sich nicht nur an Studierende der Rechtswissenschaften richten. Da das Thema über eine juristische Bewertung hinausgeht, wäre es wünschenswert auch Studierende anderer Fächer (zB Politikwissenschaften) zu gewinnen, und damit einen interdisziplinären Austausch zu ermöglichen.
Verantwortlich: Fabian Voß (fabian.voss@asta-hannover.de)

 

Kritische Le/e/hre
Vortrags- und Diskussionsreihe | Dienstag | 18 Uhr c.t. | wöchentlich | Basisdemokratische Fachschaft Sozialwissenschaften u.a.

Auch dieses Sommersemester findet die Veranstaltungsreihe Kritische Le/e/hre statt. Die Idee der Veranstaltungsreihe ist aus den Protesten um die endgültige Abschaffung der sozialpsychologischen Lehre im Jahr 2014 hervorgegangen. Vermutlich werden innerhalb des nächsten Jahres sozialpsychologische Perspektiven aus dem Universitätsbetrieb der LUH vollends verschwinden. Dem stellen wir uns entgegen und mit der Veranstaltungsreihe „Kritische Leere“ wollen wir Ansätze kritischer Sozialwissenschaften nach ihrer Abschaffung aufzeigen und gleichzeitig sichtbar machen, was an der Universität Hannover seither fehlt.
Dieses Jahr beschäftigt sich die Veranstaltungsreihe in erster Linie mit der „Kritischen Leere“ im gesellschaftlichen Diskurs, denn sie wird sozialpsychologische und kritische Perspektiven auf „neue Bürgerlichkeit: Zwischen Willkommenskultur und strukturellem Rassismus“ bieten. Ähnlich einer Ringvorlesung wird es wöchentlich Vorträge, mit anschließender Diskussion geben. Diese sollen Dienstags um 18 Uhr stattfinden. Genauere Infos zu den einzelnen Vorträgen/ Referierenden und dem Ort folgen. Zu finden ist die Veranstaltung auch bei Stud.Ip.

 

Das Lachen der Täter
Lektürekurs | Dienstag | 14 Uhr c.t. | wöchentlich | Elchkeller (Schneiderberg 50 / Keller) | Basisdemokratische Fachschaft Sozialwissenschaften

„Es gibt einen bestimmten körperlichen Herrschaftstyp, der seine Herrschaft immer mit Gewalt und ohne Rücksicht gegen die anderen durchsetzt. Die Griechen nennen ihn Barbaren. Ich nenne ihn nicht so, sondern einen bestimmten Dominanzmännertyp, der von Beginn unserer Kultur an da ist und der versucht, seine Herrschaft durchzusetzen mit Gewalt, mit Töten. Und zum Töten braucht man eine bestimmte körperliche Disposition: eine Art zerstörter Körperlichkeit mit der Dauerangst, psychisch zu fragmentieren. Glücklicheren Menschentypen wäre das unangenehm, in die Haut des anderen einzudringen und das Blut spritzen zu lassen. Jeder macht das nicht; zumindest nicht mit Lust.“ (Theweleit 2015)
Dieses Semester wollen wir uns mit Klaus Theweleits „Das Lachen der Täter: Breivik u.a.: Psychogramm der Tötungslust“ beschäftigen, einer Studie zu den individuellen Prädispositionen von Mördern und Gewalttätern denen ihr Handeln im weitesten Sinne „Lust“ bereitet.
Psychoanalytische und subjekttheoretische Ansätze sind in den letzten Jahren zunehmend aus dem Lehrbetrieb der LUH verschwunden, kritische subjektorientierte Ansätze werden damit aus der regulären Lehre weitestgehend ausgeblendet. Diesem Trend wollen wir mit unserem Seminar gegensteuern.
Unserer Meinung nach lässt sich eine Fokussierung der Geistes- und Sozialwissenschaften an der LUH auf pädagogische und kulturalistisch/ideologisch orientierte Erklärungsmodelle für gesellschaftliche Prozesse attestieren. Diese geht einher mit einer zunehmenden Verschiebung öffentlicher Diskurse hin zu kulturalistischen bis kulturrassistischen Erklärungsmodellen für ein breites Spektrum von Phänomenen – von „Integrationsproblemen“ über politische Radikalisierung bis hin zu Krieg und Terror.
Um über diese Erklärungsmuster hinaus eine erweiterte Perspektive auf diese Problemfelder zu ermöglichen, die den Rechtfertigungen der Täter nicht unkritisch Glauben schenkt, sondern sie im Wechselspiel von Subjekt und Gesellschaft betrachtet, haben wir uns entschlossen zu diesem Zeitpunkt dieses Seminar anzubieten.

„Begründen lässt sich alles, doch glauben sollte man davon eher nichts.“

Hierfür wollen wir uns wöchentlich zur Aufarbeitung und Diskussion einzelner Abschnitte aus dem Buch treffen sowie historische und theoretische Voraussetzungen aufarbeiten.

 

Dialektik der Aufklärung
Lektürekurs | Dienstag | 12 Uhr c.t. | wöchentlich | Elchkeller (Schneiderberg 50 / Keller) | Basisdemokratische Fachschaft Sozialwissenschaften

„Was wir uns vor­ge­setzt hat­ten, war tat­säch­lich nicht weni­ger als die Erkennt­nis, warum die Mensch­heit, anstatt in einen wahr­haft mensch­li­chen Zustand ein­zu­tre­ten, in eine neue Art von Bar­ba­rei ver­sinkt.“ (Horkheimer/Adorno 1944)
Der ›Dia­lek­tik der Auf­klä­rung‹, dem wohl bekann­tes­ten Werk der Kri­ti­schen Theo­rie, wol­len wir uns in stu­den­ti­scher Selbst­or­ga­ni­sa­tion wid­men. Die Kri­ti­sche Theo­rie wurde bedau­er­li­cher­weise in den letz­ten Jah­ren zuneh­mend aus dem uni­ver­si­tä­ren Regel­be­trieb zurück­ge­drängt. Der Lese­kreis soll auch ein Ver­such sein Gedan­ken der Kri­ti­schen Theo­rie auf ihre Aktua­li­tät zu prü­fen und ihre wis­sen­schaft­li­che Bedeu­tung zu erhal­ten. Gemein­sam wol­len wir uns die­ses Werk erschlie­ßen und durch wöchent­li­che Dis­kus­sion gegen­sei­tig dabei unter­stüt­zen.

Dabei steht nicht weni­ger zur Debatte als das Ganze. Die Grund­frage des Wer­kes von Adorno und Hork­hei­mer ist die Hin­ter­fra­gung der west­li­chen Tra­di­tion der Auf­klä­rung und wie sie sich selbst in ihr Gegen­teil ver­keh­ren konnte — statt mensch­li­che Frei­heit zu gene­rie­ren ver­kehrte sie sich in Europa in ihr men­schen­ver­ach­ten­des Gegen­teil. Sie kom­men zu dem Schluss dass die Auf­klä­rung selbst in sich bereits den Keim des Rück­schrit­tes trägt. Statt auf­ge­klärt sich sei­nes eige­nen Ver­stan­des zu bedie­nen wur­den „natio­na­lis­ti­sche, heid­ni­sche und sons­tige moderne Mytho­lo­gien“ (Horkheimer/Adorno 1944) zur Ver­lo­ckung und Realität.“

Zwischen Bürgerkrieg und Demokratischer Autonomie –
Perspektiven friedlich-politischer Lösungen des Kurdistan-Konflikts
Seminar | t.b.a. | t.b.a. | t.b.a. | YXK Hannover (hannover@yxkonline.de)

Anfang August 2014 retteten Milizen und Guerilla-Einheiten, die der Arbeiter*innenpartei Kurdistan (PKK) nahestehen, zehntausende Êzîd*innen aus dem Şengal-Gebirge im Nordirak vor dem Islamischen Staat (IS). Ab Mitte September des selben Jahres verteidigten diese Milizen die kurdische Stadt Kobanê in Nordsyrien/Westkurdistan (Rojava) über Wochen gegen den IS. Dadurch rückte der bereits Jahrzehnte alte Kurdistan-Konflikt unvermittelt erneut in den Fokus der internationalen Öffentlichkeit.
Die Türkische Republik, in vielen Fragen des Mittleren Ostens wichtige Regionalmacht, hat bis heute keinen demokratischen Umgang mit der kurdischen Bevölkerung gefunden; weder in der Region (Syrien, Irak; Iran) noch auf dem eigenen Staatsgebiet. Im Gegenteil brach die Regierung den zweieinhalb jährigen Dialogprozess mit dem Vorsitzenden der PKK, Abdullah Öcalan, im April 2015 ab und kehrte nach den Parlamentswahlen letzten Sommer erneut zum Krieg gegen die kurdische Bevölkerung und die PKK zurück. Ein Ende der Gewalt zeichnet sich derzeit nicht ab.

Trotz des großen Interesses weltweit und der hohen Aktualität des Themas stellt es in Forschung und Lehre an deutschen Hochschulen nach wie vor eine Leerstelle dar. Um diese Lücke ein wenig zu schließen und ein selbstbestimmtes und kritisches Lernen von Studierenden – denn eines solchen bedarf es angesichts eines so brisanten Themas – zu fördern, werden die Basisdemokratische Fachschaft Sozialwissenschaften und die YXK Hannover im Sommersemester 2016 ein weiteres Autonomes Seminar anbieten. Damit knüpfen sie an den von ihnen gemeinsam organisierten „Interdisziplinären Diskussionskreis zur kurdischen Frage“ im Sommersemester 2015 sowie den Lektürekurs zu Abdullah Öcalans „Jenseits von Staat, Macht und Gewalt“ im Wintersemester 2015/16 an.

Der thematische Bogen des Autonomen Seminars wird von einem grundlegenden Verständnis der kurdischen Frage über ihre Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte im Zuge der Türkischen Republik bis hin zur heutigen Situation des Kurdistan-Konflikts und möglichen Lösungsansätzen gespannt werden.
Zentrale Literatur sind das Standardwerk zur kurdischen Frage von Ismail Beşikçi (1990): Kurdistan – Internationale Kolonie. sowie die Grundlage, auf welcher der letzte Dialog-Prozess zwischen Regierung und PKK stattgefunden hat, Abdullah Öcalan (2009/2013): Die Roadmap für Verhandlungen. Diese Quellen können bei Bedarf durch weitere Literatur oder Medien ergänzt werden.
Durch die Auswertung der Autonomen Seminare zum Thema in den vorherigen Semestern hat sich als sinnvoll erwiesen, dass alle Teilnehmer*innen den Stoff des Seminars anhand von Basistexten und konkreter Diskussionsfragen oder Arbeitsstellungen selbstständig erarbeiten. Auf dieser Grundlage soll die wissenschaftliche und kritische Diskussion an den jeweiligen Terminen geführt werden.

Weitere Fragen an: YXK Hannover (hannover@yxkonline.de)

 

AntiRa-Training: Rassismuskritische Perspektiven an der Hochschule
Seminar | 17.6 13-19 Uhr / 18.6. 09-18 Uhr | Nadine Golly/ Laura Digoh | ak-umi@ipw.uni-hannover.de

In politischer, aktivistischer, aber auch wissenschaftlicher Praxis kann „Weißsein“ als analytisches Werkzeug verwendet werden. Es ermöglicht, scheinbar Selbstverständliches kritisch zu hinterfragen. Gegenstand der Veranstaltung ist, (eigene) strukturell bedingte Vorteile in rassistischen Ordnungen zu erkennen und zu reflektieren. Welche Erscheinungsformen hat Rassismus und wie formt er unsere Gesellschaft? Dabei geht es auch darum, wie jede*r Einzelne selbst zur Aufrechterhaltung rassistischer Ordnungen beiträgt – oft auch unbeabsichtigt. Die Teilnehmenden sollen in die Lage versetzt werden, aktuelle Diskussionen um Weißsein und postkoloniale Verhältnisse im Rahmen einer Rassismuskritik nachzuvollziehen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Lern-, Arbeits- und Lebenskontext Hochschule. Kritisches Weißsein soll hier als professionelle Haltung eingeführt werden, die Handlungsmöglichkeiten eröffnet – und dies auf unterschiedlichen Ebenen: bspw. mit Blick auf Argumentationen, Proteste, Analysen, Allianzen und mehr. Diese Perspektive soll auch im konkreten Kontakt mit Kommiliton*innen hilfreich sein, die mit rechten, faschistischen Positionen sympathisieren oder diese aktiv unterstützen.
Anhand konkreter Beispiele aus werden die Teilnehmenden Ideen für Interventionen und Maßnahmen sowie kurz-, mittel- und langfristige Veränderungen entwickeln.“

 

Politisches Kino.
Filmreihe mit Diskussion | Mittwoch | Gebäude 1211 (Schloßwender Straße 1) | ak-umi@ipw.uni-hannover.de

Künstlerische Ausdrucksformen werden häufig genutzt, um politische oder zivilgesellschaftliche Konflikte zu thematisieren – so z.B. im Medium Film. Die im Sommersemester 2016 stattfindende Filmreihe des Arbeitskreises „Umgang mit menschenfeindlichen Ideologien“ zeigt internationale Kinofilmproduktionen, die sich mit Rassismus, gesellschaftlicher Diskriminierung und verschiedenen Formen der Ausgrenzung auseinandersetzen. Durch die filmische Präsentation soll im Rahmen der Veranstaltung eine gesellschaftliche Debatte angeregt und der Einstieg in die jeweilige fachliche Diskussion des Themas ermöglicht werden. Im Anschluss an jede Vorführung werden, basierend auf einer Textgrundlage, die inhaltlich zugrundeliegenden Themen zur Diskussion gestellt. Die ausgewählten Filme nehmen u.a. Perspektiven zu Imperialismus, genozidaler Gewalt, zur Vergangenheitsaufarbeitung von historischem Unrecht, zu politisch motivertem Terrorismus und zu Phänomenen des Alltagsrassismus ein, die gemeinsam analysiert und kritisch reflektiert werden.

20.04.2016 (Raum 105, 18-20 Uhr): Wir sind jung, wir sind stark (2014) Regie: Burhan Qurbani, Cast: Devid Striesow, Jonas Nay u.a.
04.05.2016 (Raum 225, 18-20 Uhr): Paradise Now (2005) Regie: Hany Abu-Assad, Cast: Kais Nashef, Ali Suliman u.a.
25.05.2016 (Raum 225, 19-21 Uhr) Der Staat gegen Fritz Bauer (2015) Regie: Lars Kraume, Cast: Burghart Klaußner, Ronald Zehrfeld u.a.
08.06.2016 (Raum 105, 18-20 Uhr) The Missig Picture (2013) Regie: Rithy Panh
06.07.2016 (Raum 105, 18-20 Uhr) The Awakening (2016) Regie: Kenan Emini, in Anwesenheit des Regisseurs (angefragt)“

Sexualitäten – Eine kritische Theorie in 99 Fragmenten
Lektürekurs | Montag | 16-18 Uhr | Im Moore A416 | may-britt_gw@web.de

Im Rahmen des alternativen Vorlesungsverzeichnis haben sich autonome Seminare bewährt und das Lehrangebot der Universität erweitert. So soll auch in diesem Semester ein autonomes Seminar zu Ausstaffierung des alternativen Lehrangebotes angeboten werden. In diesem Lektürekurs „Lektürekurs: Sexualitäten – Eine kritische Theorie in 99 Fragmenten (2013) Volkmar Sigusch“, soll Sigusch´s Werk aus kritscher Perspektive gelesen und behandelt werden.
Inhalt:
Sigmund Freuds Sexualtheorie ist inzwischen mehr als 100 Jahre alt. Seitdem hat sich viel verändert. Wir denken und arbeiten heute nicht nur anders, wir begehren und lieben auch anders. Die Sexualität ist nicht mehr die große Metapher des Rausches und der Revolution. Sie wird heute durch Medien und Kommerz weitgehend banalisiert. Vor diesem Hintergrund legt der große Sexualforscher Volkmar Sigusch mit diesem Buch eine eigene Sexualtheorie vor, die erstmals auch die Neosexualitäten unserer Zeit wie Internet-, Portal- und Asexualität umfasst, Neogeschlechter wie Trans-, Inter- und Agender sowie Neoallianzen wie Polyamorie und Objektophilie. Selbstverständlich werden auch die alten Formen wie Hetero-, Homo- und Bisexualität, Sadomasochismus und Pädophilie erörtert.
Der Kern der Sigusch-Theorie lautet: Keine Sexualität eines Menschen ist mit der eines anderen identisch. Weil das Sexuelle sich der Systematisierung entzieht, kann darüber theoretisch nur in Fragmenten gesprochen werden. Und weil sich eine Sexualtheorie nur durch Praxis erhellt, geht Sigusch auf die gelebte Sexualität der Kinder, der Jugendlichen, der Paare, der Alten und vieler anderer ein – kritisch und konkret. (S. Klappentext)

 

Israel, der kollektive Jude – zu den Erscheinungsformen des Antisemitismus in der modernen Gesellschaft und seiner Funktions-weise im Internet und auf der Straße
Erster Termin: 6.5. | 16 Uhr | Raum 001 | Schneiderberg 50 | Fachrat Politik

Nicht nur die antisemitischen Ausfälle am Rande des Krieges in Gaza im Sommer 2014 haben bewiesen, dass die Judenfeindschaft keineswegs ausgestorben ist. Damals wie heute ist im Internet und auf der Straße eine stetig wachsende Gemeinschaft aktiv, innerhalb derer alte und neue antisemitische Stereotype zum Tragen kommen. Dabei wird teils offen, teils unter dem Deckmantel der „legitimen Israelkritik“ gegen Israel und „die Juden“ gehetzt. Eine zentrale Rolle dabei spielen diverse Verschwörungstheorien, die sich zwar nach 1945 in neuem Gewand präsentieren, aber stets nach den alten, gleichen Mustern funktionieren. Befeuert von bekannten Populisten und Demagogen, wuchs im Internet eine (neu-)rechte Querfrontbewegung heran, die noch immer Hochkonjunktur hat.
Die absurdesten Theorien finden sich nicht nur in der Mahnwachenbewegung, sondern auch bei deren Nachfolgern, bei PEGIDA und Co. und in Teilen bis hinein in die Führungsspitzen der Partei „DIE LINKE“. Bedauerlicherweise geht dies auch am Hochschulbetrieb der Leibniz Universität nicht spurlos vorüber. Immer wieder sehen Studierende sich in Seminaren und Vorträgen mit ähnlichen Denkmustern konfrontiert: Auch klassische Stereotype vom „Weltfinanzjudentum“ bis zur Rothschildtheorie, „legitime Israelkritik“ bis hin zu zinskritischen Ansätzen, tauchen in Diskussionen immer wieder auf. Vor allem unter den jüngeren Semestern, sind nicht nur die tonangebenden Demagogen sondern vor allem die von Ihnen verbreiteten Theorien äußerst beliebt.


 

 

AVV – Was ist das?

1. Was ist das?
„Danke für Nichts!“ ist das vom AStA zusammengetragene, alternative Vorlesungsverzeichnis an der Leibniz Uni Hannover. Es ist dafür da, um dir einen Überblick über den Dschungel an Veranstaltungen zu geben, die nicht im Vorlesungsverzeichnis stehen, wo du aber trotzdem etwas lernen kannst. Diese 12472720_1044906122222260_7178595596108641289_nVeranstaltungen werden oftmals von Studierenden für Studierende organisiert, haben aber meist keine Plattform und nur eingeschränkte Möglichkeiten, um auf sich aufmerksam zu machen. Aus diesem Grund reicht die Bekanntheit dann auch oftmals nicht über den Fachbereich hinaus. Das alternative Vorlesungsverzeichnis soll dir dabei helfen, dich zurecht zu finden und für die Veranstaltungen werben, die von der Beteiligung und dem Engagement der Studierenden leben.

2. Warum eigentlich „Danke für Nichts!“ und warum selbstorganisierte Veranstaltungen?
Studierende kommen an die Universität, um zu lernen. Dabei steht für die Universität das Interesse der Studierenden an bestimmten Lehrinhalten auf keinen Fall an erster Stelle. Die Hochschule im Kapitalismus steht permanent unter dem Zwang sich zu flexibilisieren. Drittmittel müssen eingeworben werden, Studierende für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden und der nächste Exzellenzcluster steht in den Startlöchern, um den Ruf der Universität zu verbessern, öffentliche Mittel einzuwerben und den Standort voranzubringen. Deswegen wissen auch alle an der Uni: Kohle ist eh nie genug da. Also wird rationalisiert, gespart und gekürzt, was das Zeug hält. Dem fallen dann oft Lehrinhalte und Fachbereiche zum Opfer, die nicht mehr „zeitgemäß“ sind, nicht der aktuellen Ausrichtung des Studiengangs oder des Institutes entsprechen oder eben nicht genug Kohle ranschaffen. Aus diesem Grund schließen sich vielerorts Studierende zusammen, um ihre Lehre selber und nach ihrem Vorstellungen zu gestalten. Wenn sich Menschen zusammenfinden, sich Zwecke setzen und diese gemeinsam und auf Augenhöhe verwirklichen, dann begrüßen wir das eigentlich grundsätzlich. Dabei sollte man aber auch auf dem Schirm haben, dass dies oft aus der Not heraus passiert. Darum: „Danke für Nichts!“

3. Wie sieht das jetzt aus und wie funktioniert das?
Auf den folgenden Seiten findet ihr eine Übersicht über alle Veranstaltungen und regelmäßigen Termine, sowie zugehörige Ansprechpartner_innen. Eine Veranstaltung kann so ziemlich jede Form haben, beispielsweise Lektürekurse, Diskussionsrunden, studentische Tagungen, Kneipenabende, sowie Freizeitangebote und dabei verschiedene Inhalte vermitteln, wie studiengangsbezogene oder studiengangsferne Inhalte und/ oder politische Bildung. Vielleicht macht es dir ja auch Spaß mal in einen Bereich zu schauen, in dem du dich bis jetzt noch gar nicht bewegt hast. In jedem Fall sind sie ein Blick über den Tellerrand und mit Sicherheit einen Besuch wert. Viel Freude mit dem alternativen Vorlesungsverzeichnis“ – Der AStA


 

AVV-Archiv

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