Hochschultage gegen Sexismus und Homophobie 2012

Hochschultage gegen Sexismus und Homophobie 2012

Sexistische und homophobe Sprüche, Beleidigungen und Diskriminierungen sind für viele Studierende Alltag und werden kaum noch wahr-, geschweige denn ernstgenommen. In einer diskriminierungsfreien und offenen Umgebung sind wir in der Hochschule also noch längst nicht angekommen.

Wir wollen jedoch eine Welt, in der Geschlecht und das Verhältnis der Geschlechter zueinander keine Rollen mehr bei der Gestaltung des Lebens spielen.

Um diese Themen anzusprechen, Publik zu machen und zu diskutieren, veranstalten die Sachbearbeiter_innenstellen „Frauen- und Geschlechterpolitik“ und „Schwulenpolitik“ des AStAs der Uni Hannover auch dieses Jahr wieder die Hochschultage gegen Sexismus und Homophobie vom 7. bis 20. Dezember.

Fr, 07.12. „Love Party, Hate Sexism“ 

Die Schwule Sau öffnet ihre heiligen Hallen, um mit uns zu feiern. Wenn ihr Sexismus scheiße findet, dafür aber auf Party, Glitzer und Persico steht seid ihr bei uns an der richtigen Stelle.

Musikalisch gibts unten das Twin Set DJ Team mit Pop till you drop. Oben läuft unter dem Motto „Wunschkonzert“ der beste Trash der letzten 25 Jahre, Musikwünsche ausdrücklich erwünscht! Außerdem wird zur Feier des Tages natürlich auch der allseits beliebte Persicobrunnen angeschmissen und weitere Überraschungen warten.

Eintritt 2€

Wo/Wann: Schwule Sau, Schaufelderstr. 30a, 22:00Uhr

So, 09.12. „Zuhause im Körper – schöne Portraits“ 

Der Fotografie Workshop bietet den Raum und die Zeit sich fotografisch auszuprobieren und eigene und fremde Stimmungen einzufangen. Ein spielender Umgang mit Technik und Ideen. Wir sehen uns und andere Menschen täglich an, passt die Selbst- und Fremdwahrnehmung überein? Der Kurs ist offen für Anfänger*innen und Fortgeschrittene.

Mitzubringen sind Ideen, Neugier an sich selbst und anderen Menschen und eine digitale Kamera. Um Anmeldung unter fgp@asta-hannover.de wird gebeten.

Inhalte:

  • über Fotografie sprechen
  • Inszenierungen von weiblich, männlich, queer in der Fotografie
  • Selbst- und Fremdwahrnehmung vor der Kamera
  • praktische Übungen mit Tageslicht/Blitz
  • Auswertung der Einzel/Gruppenarbeit
  • jede*r hat die Möglichkeit ein individuelles Portrait von sich zu bekommen
Wo/Wann: UJZ Korn, Kornstr. 28 – 30, 16:00 Uhr
Mo, 10.12. „Schwule Rapper, es wird Zeit, dass wir Tacheles sprechen…“

Männlichkeitsentwürfe und (Hetero-)Sexismus im deutschsprachigen Rap.

Der Input gibt einen Einblick in die Entstehung, Potentiale und problematischen Aspekte von Rap. Aufbauend auf Theorien zur Kon­struktion von Geschlecht und aus der kritischen Männerforschung wird der Zusammenhang von Männlichkeitsentwürfen und (hetero-) sexistischen Images und Performances im deutschsprachigen Rap thematisiert. Hierbei geht der Input vor allem auf sprachli­che Mechanismen ein, diskutiert die Verquickung von Gewalt und Sexualisierung und setzt sich mit dem Aspekt der Mehrdeutigkeit aus­einander: Wie sind Männlichkeitsvorstellungen und (hetero-)sexistische Lines in Rap-Texten einzuordnen? Lassen sie sich alle eins zu eins übersetzen oder handelt es sich um bloße Ironie? Welche Rolle spielen hier rassistische Diskurse der Mehrheitsgesellschaft?

Mit: Sookee

Wo/Wann: Elchkeller, Schneiderberg 50, 18:00 Uhr

Di, 11.12. trans* – transphobie – trans*support für Anfänger*innen und Fortgeschrittene

Der Begriff „trans“ geistert seit einiger Zeit durch die linke Szene und trotzdem können viele nicht so richtig was mit dem Begriff anfangen, bzw. sehen darin „nur“ eine Kritik am binären Geschlechtersystem. Andere haben trans*Menschen in ihrem Umfeld und sind sich im Umgang mit diesen oft unsicher. Wenn du Lust hast ein bisschen was über trans* zu erfahren, wissen willst was eigentlich Transphobie/Transfeindlichkeit ist und wie sie sich äußert und dich fragst, wie du aktiv solidarisch mit trans*Leuten (sei es mit konkreten Personen in deinem Umfeld oder insgesamt) sein kannst, bist du in der Veranstaltung richtig.

Wir versuchen auch auf konkrete Fragen einzugehen. D.h. Ihr könnt die Veranstaltung auch nutzen, um Fragen los zu wer den, die ihr empathischerweise nicht auf einer Party einer flüchtigen Bekanntschaft stellen wollt, nur weil diese trans* ist.

Mit: W.I.R.

Wo: Schwule Sau, Schaufelderstr. 30a, 17:00 Uhr

Mi, 12.12. CSD zwischen Emanzipation und Party – Vortrag und Diskussion zur Kritik am CSD

Jedes Jahr gibt es ihn wieder: den Christopher Street Day. Für viele LGBT das jährliche Event, um auf die Straße zu gehen. Doch was bleibt eigentlich von politischen Forderungen übrig zwischen Party, Parteiwagen und Werbung? Hat der CSD sein emanzipatives, politisches Moment verloren?

In der Veranstaltung wollen wir mit Euch, nach einem kurzen Vortrag, über Perspektiven und Kritik am CSD diskutieren.

Vortrag und Diskussion mit Michael Rogenz (Sachbearbeiter Schwulenpolitik, AStA) und Laura Lankenau (Sachbearbeiterin Frauen- und Geschlechterpolitik, AStA)

Wo: Schwule Sau, Schaufelderstr. 30a, 19:00 Uhr

Do, 13.12. Info-Veranstaltung zu SchLAu Hannover

Der Verein SchLAu Hannover bietet Bildungs- und Aufklärungsarbeit zu sexueller Orientierung und geschlechtlicher Vielfalt für Schulen und andere Bildungseinrichtungen an. In diesem Workshop geben wir Einblick in unsere Arbeit, berichten aus unseren Erfahrungen in der Schule und probieren selbst einige Methoden aus unserer Arbeit aus.

Wo/Wann: andersraum, Asternstr. 2, 18:00 Uhr

Fr, 14.12. Homophobie und Islamophobie (oder: Heteronormativität und Rassismus)

Der Vortrag basiert auf der Dissertationsarbeit „Homophobie und Islamophobie. Intersektionale Diskriminierungen am Beispiel binationaler schwuler Paare in Berlin “ und handelt von homophoben, rassistischen und sozialen Diskriminierungen, denen muslimische Schwule in Berlin ausgesetzt sind.

Im Vortrag geht Zülfukar Çetin auf die Verwobenheit von Heteronormativität und Rassismus sowohl theoretisch als auch empirisch ein. Ein Schwerpunkt liegt vor allem auf die Heteronormalisierung und Orientalisierung der homosexuellen Männer, die sich als „Ausländer“ bezeichnen oder die als „Ausländer“ angesehen werden.  Hier wird deutlich gemacht, dass „ausländische oder als ausländisch“ angesehene Schwule in der Berliner Schwulen Szene  durch Heteronormalisierung und Orientalisierung so genannter „positiver Diskriminierung“ ausgesetzt sind.

Abschließend liest Zülfukar Çetin Interviewauszüge aus seinem Buch. Hier handelt es sich um Berichte über Diskriminierungserfahrungen mit Homophobie, Rassismus, sozialen Benachteiligungen und Mehrfachdiskriminierung, womit die Interviewten in ihrer Lebensgeschichte und in ihrem Leben konfrontiert sind.

Mit: Zülfukar Çetin

Wo/Wann: Conti Campus, Raum 004, 18:00Uhr

So, 16.12. Anzug

Lesbisches Begehren im Theater. Eine Performance. 

2010 habe ich eine szene gesehen… die leibliche direktheit des begehrens, das berühren will, berührt werden will, das zartheit will oder fest in fleisch greifen. das ein reden will, das körperlich wird. und bilder. und phantasien. abwesenheit. das den schweiß hervortreibt und herzrasen, die säfte, das geräusche will, das ein seufzen ist, oder eine melodie. blicke. das die worte ist, die irgendwer spricht und die sich durch die häute bohren. und abwesenheit. und mehr bilder. und mehr blicke. begehren, das die muskeln spannt. das den atem lenkt. das den schlaf raubt. das etwas vorantreibt, wohin ist unklar. Anschließend: Publikumsgespräch

Performance/Konzept: Leo/ni Weyreter        Licht/künstlerische Assistenz: Fabian Gerlach

Wo: Schwule Sau, Schaufelderstr. 30a, 18:00 Uhr

Mo, 17.12. Verliebt verlobt verheiratet im Kapitalismus

Warum Ehe und Kleinfamilie nicht bloß kuschelige Zweisamkeit sind.

Die Ehe ist immer noch in Mode incl. ihrer Ergänzung um die Homo-Ehe („eingetragene Partnerschaft“).

Liebe, Sex und Familie hält man gemeinhin für das, was ganz privat ist. Wen ich liebe, ist tatsächlich meine Entscheidung – trotzdem hat das viel mit dem gesellschaftlichen Interesse zu tun. Die monogame (und trotz Homo-Ehe noch immer: heterosexuelle) Zweierbeziehung gilt als die Norm des bürgerlichen Zusammenlebens. Diese Zweierbeziehung soll in der Ehe münden, bleibt aber auch ohne Heirat strukturell der Ehe ähnlich.

Wir wollen zeigen, wie eine solche Partnerschaft wunderbar in die kapitalistische Umgebung passt, was mit Ehe und Familie als der „Keimzelle der bürgerlichen Gesellschaft“ gemeint ist, welche widerstrebende bevölkerungspolitischen Ziele der Staat mit einem neu zu fassenden Ehe- und Familienbegriff („Familie ist, wo Kinder sind!“ vs. „Homoehe“) verfolgt und warum auch das privateste Zusammenleben daher noch durch die Mechanismen bürgerlicher Gesellschaft geprägt ist.

Mit: Junge Linke

Wo/Wann: Schneiderberg 50, Raum V111, 20:00 Uhr

Mi, 19.12. PorYes-feministische Pornos?

Was zeichnet Frauenpornos aus und wie wollen Frauen wirklich sehen und gesehen werden? In der Frauenbewegung gab es schon immer einen Flügel, der sich freudenaktivistisch für weibliche Pornografie eingesetzt hat, aber der PorNo-Aufmerksamkeit entbehrte. Überblick über die PorYes-Bewegung und ihre Auswirkungen bis heute, Filmausschnitte und Diskussion mit der Initiatorin des Poryes-Awards, des Feministischen Pornofilmpreis Europa.

Mit: Laura Méritt

Wo/Wann: Elchkeller, Schneiderberg 50, 19:00 Uhr

Do, 20.12. Vortrag und Film zum Recht auf Abtreibung international

In den meisten Ländern ist der Schwangerschaftsabbruch immer noch illegal oder aufgrund seiner Stigmatisierung nicht zugänglich. Weltweit sterben etwa 48.000 Frauen aufgrund dieser Illegalisierung, etwa 5 Mio. tragen schwerwiegende Gesundheitsschäden davon. Weltweit versuchen Konservative mit der Fokusierung auf die Rechte des Embryos die Lebensrealität und die Bedürfnisse von Frauen unsichtbar zu machen. Dieser Vortrag gibt einen Überblick über die Gesetzte und Bewegungen, die Frauen davon abhalten ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Mit: Sarah Diehl

Wo/Wann: Kino im Sprengel, Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, 19:00 Uhr

10.12. – 21.12. Ausstellung „ErSieEs“/Eröffnung 10.12. 13Uhr

Eine fotografische Spurensuche zwischen den Geschlechtern. Assoziationsketten und Interpretationen werden freigelegt, wenn sich Menschen dem fotografischen Portrait nähern. Ein irritierender Moment wird erzeugt, wenn die abgebildete Person nicht sofort an geschlechterspezifischen Merkmalen einzuordnen ist. Ist es doch eine konditionierte Herangehensweise der Betrachtenden, sich unter anderem an Kleidung, Körperhaltung, Mimik und Umgebung zu orientieren, um das Abgebildete zu lesen und einzuordnen. Was bleibt übrig, wenn es kaum eindeutige Anhaltspunkte für weibliche und männliche Attribute gibt und die Grenzen verschwimmen?

Das künstlerische Forschungsfeld bezieht sich auf eine Portraitserie, die sich mit geschlechtlicher Identität beschäftigt. Die Fotografien nähern sich überzeugend der stillen Intimität der Menschen, bewahren diese auch und machen sie authentisch und eindringlich sichtbar.

Die Ausstellung wird am 10.12. um 13:00 Uhr mit der Künstlerin eröffnet und alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Fotografien der Künstlerin Yvonne Most

 Wo: Lichthof im Welfenschloss, Hauptgebäude der Leibniz Universität Hannover

Der Flyer zu den Hochschultagen als .pdf :  FlyerHochschultage

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