Referat „Studium und Kultur“

Es folgt die Dokumentation der Bewerbung von Christian, dem Referenten für Studium und Kultur, mit welcher er durch den StuRa gewählt wurde. Am Ende der Seite finden sich seine Kontaktdaten.

Ich heiße Christian, bin 21 Jahre alt und studiere im 8. Semester den Bachelorstudiengang Sozialwissenschaften. Seit einiger Zeit engagiere ich mich in der Basisdemokratischen Fachschaft Sozialwissenschaften und im Elchkeller-Kollektiv. Während der Legislatur 2014/2015 war ich Teil der Hochschul-und Studienberatung des AStA. Im Jahr davor bekleidete ich eine Stelle im Geschäftszimmerdienst. Diese beiden Jahre ließen mich einen konkreten Einblick in die (hochschul-)politischen Abläufe des AStA gewinnen.

Den Lebensabschnitt Studium verstehe ich nicht als notwendige Dienstleistung, um sich den marktwirtschaftlichen Zwängen unterzuordnen, sondern vielmehr als Phase des Lebens, in der Mensch sich dem gesellschaftlichen Leben durch (Eigen-)Bildung bewusst wird und durch individuelle Partizipation an diesem teilnimmt. Mir wurde im Laufe der Zeit immer klarer, dass die Universität als Abbild der Gesellschaft mir hierfür keinen klaren Handlungsspielraum bietet. Dies gilt es zu ändern:

Mit fortlaufender Studiendauer, wuchs in mir der Wunsch, die Universität zu bewegen. Inhaltliche sowie strukturelle Mängel innerhalb des universitären Betriebes, wurden mir deutlicher und ich stellte für mich fest, dass es diese zu beseitigen gilt: Eine auf marktwirtschaftlichen Aspekten beruhende Politik führt sowohl den Begriff Kultur, als auch den des Studierens ad absurdum.

Studium und Kultur sollten nicht als Produkte ökonomischer Verwertungslogik angesehen werden. Vielmehr sollten sich Menschen frei von kapitalistischen Zwängen entfalten können und somit einen Weg in Richtung einer freiheitlichen und fortschrittlichen Gesellschaft ebnen. Mit dem Referat „Studium und Kultur“ möchte ich daher für die Einrichtung von Frei- und Schutzräumen einsetzen, in denen den Studierenden die Möglichkeit gegeben wird, ihren persönlichen Lebensentwurf den eigenen Vorstellungen nach zu realisieren. Diese lassen sich in der Universität momentan leider nicht in ausreichender Menge wiederfinden, obwohl sie immanent wichtig für ein (Studierenden-)Leben – frei von Diskriminierung, Ausgrenzung und all den anderen Ausschlussprozessen – sind, die sich durch bestimmte Distinktionsmerkmale konstituieren.

Zusätzlich möchte ich mich in dieser Legislatur verstärkt damit beschäftigen, wie es ist, mit physischen und psychischen Attributen außerhalb der gesellschaftlichen Norm zu studieren. Ein barrierefreier Zugang zu allen Angeboten der Universität sollte eigentlich selbstverständlich sein. Dies ist faktisch allerdings nicht so. Diesbezüglich möchte ich mich mit verschiedenen Akteuren der
Universität auseinandersetzen, um eine größere Sensibilisierung für dieses wichtige Thema zu schaffen.

Desweiteren haben es Studierende sowie Studieninteressierte, welchen eine Fürsorgepflicht obliegt, schwer, ein Studium zu beginnen, es zu bestreiten sowie es zu absolvieren. Mir ist es daher ein besonderes Anliegen, dafür zu sorgen, dass es diesen Menschen möglich ist, ein normales Studium führen zu können. Neben den institutionellen Gegebenheiten des Studiums, möchte ich mich auch mit der Lebenswelt der Studierenden befassen und kulturelle Angebote unterstützen. Ich würde mich freuen, wenn ich dazu beitragen kann, dass wieder ein breites Spektrum an kreativen Kursen angeboten wird.

Die Universität lässt sich immer mehr mit einer Ausbildungsstätte für den Arbeitsmarkt vergleichen, in der für das kapitalistische System nicht verwertbare Gedanken keinen Platz finden. Aus diesem Problem heraus, entwickelte sich das alternative Vorlesungsverzeichnis, welches es weiter zu verfolgen gilt und an dessen Umsetzung und Weiterentwicklung ich mich intensiv beteiligen möchte.

Da ich in allen Teilen des (hochschul-)politischen Programms mit den Menschen übereinstimme, die sich auf die anderen Referate bewerben, sowie gedenke, über mein Aufgabengebiet hinausgehende Projekte mit dem gesamten Kollektiv anzustoßen, ist es mir ein besonderes Anliegen, zu betonen, dass ich mich nicht als Einzelperson auf das Referat bewerbe. In der mehrmonatigen Findungsphase ist zwischen uns ein Bewusstsein entstanden, welches impliziert, dass ich mich lediglich als Teil dieses Kollektivs auf das Referat bewerbe.

Kontakt:
Telefon: 0511 762 5063
oder per Mail unter:
studium@asta-hannover.de