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PM: Solidarität ist gefragt – Der AStA der Universität Hannover ruft erneut zur Schlafplatzbörse auf

Das Semester läuft seit einigen Tagen, für viele Erstsemesterstudierende bedeutet das eine immense Doppelbelastung, denn während der Unialltag Fahrt aufnimmt, sind viele damit beschäftigt ein Zimmer zu finden. Die COVID19-Pandemie und die damit verbundene Online-Lehre haben die Wohnsituation, entgegen der Erwartung einiger, nicht entschärft. Für viele Studierende ist sogar genau das Gegenteil der Fall: Der Wegbruch der Studi-Jobs, z.B. im Gastronomiebereich, erschwert die Suche nach ohnehin schon unbezahlbaren Wohnungen.

Finanzielle Nöte, steigende Mieten und soziale Isolation – der Start des Studiums ist in diesem Jahr besonders erschwert. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Hannover ruft daher wieder zur Schlafplatzbörse auf, um Studierenden zumindest die Suche nach Wohnraum zu erleichtern.

Der Wohnraum in Hannover ist, wie in vielen anderen Großstädten in Deutschland, sehr umkämpft – Familien und Geringverdienende finden aufgrund des knappen bezahlbaren Wohnraums schon kaum einen Platz zum Wohnen – und diese Situation verschlechtert sich jedes Jahr aufs Neue durch den Start des Studienjahres. Denn vor allem zu Oktoberbeginn kommen viele junge Leute nach Hannover, um hier zu studieren.

„Gerade in dieser schwierigen Situation wollen wir Studierende nicht im Dunklen lassen und auf die prekäre Wohnraumsituation aufmerksam machen.“, so Tobias Kiene, Pressesprecher des AStAs der Leibniz Universität Hannover. „Deshalb haben wir auch in diesem Jahr die Schlafplatzbörse initiiert und rufen zur Solidarität mit Wohnungslosen auf!“, so Kiene weiter. Die Situation ist vergleichbar mit der in den letzten Jahren, in denen die Wohnraumproblematik zu Studienabbrüchen geführt hat. Der AStA ist bemüht eine Wiederholung solcher Fälle zu verhindern.

Um möglichst vielen helfen zu können, braucht es ebenso viele, die helfen wollen. Deshalb ist die Schlafplatzbörse abhängig von der Unterstützung von allen Seiten. „In den letzten Jahren hat das gut funktioniert“, berichtet Antonia Otte, Sozialreferentin des AStA, „Wir konnten sehr vielen einen Schlafplatz vermitteln und erhoffen uns auch in diesem Jahr Studierende unterstützen zu können.“ Die Schlafplatzbörse sammelt Angebote und Gesuche von kurzzeitigen Schlafgelegenheiten – auf dem Sofa, einer Matratze oder einer Isomatte. Wichtig bleibt dabei natürlich die Kontaktbeschränkungen mitzudenken.

Personen, die sich angesprochen fühlen und die einen Platz anbieten können oder weitere Fragen haben, können sich per mail an presse@asta-hannover.de wenden.

Die Wartelisten für Plätze in den Wohnheimen des Studierendenwerks sind lang, genug Plätze stehen einfach nicht zur Verfügung. Der Wohnungsmarkt kann den Bedarf allein nicht decken. Ein Problem das in jedem Jahr aufs Neue zu Beginn des Wintersemesters überdeutlich wird. Dabei ist die alleinige Einrichtung einer Schlafplatzbörse nicht die Lösung, sondern ihre Notwendigkeit beweist viel mehr die vorhandene Problematik: Wohnraum muss für alle bezahlbar sein, ob für Familien, marginalisierte Gruppen oder eben Studierende.