Unbildung, Bildung, Halbbildung | 13.11.

Einführung in die kritischen Bildungstheorie an drei Begriffen.

Die Reihenfolge der Begriffe irritiert, scheint doch Unbildung auf das Fehlen von Bildung, diese hingegen auf das erwünschte Resultat bezogen. Halbbildung wäre also eine Zwischenstufe, auf der man hängen geblieben ist. Bildung ist aber nicht bloß subjektiver Entwicklungsgang, sondern nimmt objektive Gestalt an. Gegenstände des Denkens wie dieses selbst sind dem sich bildenden Subjekt immer auch äußerlich und müssen mühevoll angeeignet werden. Die Theorie der Halbbildung von Theodor W. Adorno (1903-1969) analysiert die kapitalistische Produktionsweise als Bedingung dafür, dass sich jene Äußerlichkeit in eine Verselbständigung verkehrt, so dass sich die Subjekte nicht mehr in ein selbstbewusstes Verhältnis zu den Gegenständen setzen (können). Bildung wird zur Halbbildung und ist überhaupt nur noch als eine allgemeine Deformation zu verstehen, die ihre Funktion in der Zurichtung der Subjekte für ökonomische Zielsetzungen hat. Der Vortrag erörtert diese These an der aktuellen Gestalt des Universitätsbetriebs.

15 Uhr | Elchkeller
Organisiert vom AStA der Uni Hannover